Rathausneubau Lachendorf – warum die Unabhängigen Bürger - UB - dagegen sind
Stellungnahme von Egbert Ehm, stellv. Fraktionsvorsitzender der UB im Samtgemeinderat Lachendorf
Ein Blick auf die Finanzlage der Samtgemeinde Lachendorf seit 2019 lässt erkennen, dass sich die Aufnahme von Investitionskrediten beschleunigt, d.h., die Verschuldung steigt enorm an.
Ende 2019 lagen die Kreditschulden noch bei 5,3 Mio. Euro. Das geht noch, wurde gesagt. Und deshalb wurde im Jahr zuvor die Entscheidung für ein neues Rathaus mit großer Mehrheit getroffen. Aber schon im Jahr 2020 zeigte die Verwaltung die ersten Finanzprobleme auf; um den defizitären Ergebnishaushalt der Samtgemeinde auszugleichen, schlug die Finanzverwaltung eine Erhöhung der Samtgemeindeumlage um 4 Prozentpunkte vor, was eine höhere Belastung der Haushalte der 5 Mitgliedsgemeinden zur Folge hatte, die dann wiederum überlegen müssen, ob sie ihre Haushalte noch ausgleichen können, ohne die allgemeinen Steuern A, B und G zu erhöhen.
Hohe Kreditverschuldung
Ferner zeichnete sich ab, dass ab 2021 Fehlbeträge in den Ergebnishaushalten (früher hieß es Verwaltungshaushalt) der Samtgemeinde zu erwarten sind.
Schon im Doppelhaushalt 2021/22 lag der prognostizierte Stand der Investitionskredite, hochgerechnet für das Jahr 2025 bei 21 Mio., im Haushalt 2025, hochgerechnet für das Jahr 2028, bei rund 27 Mio. Euro. Und nach Aussagen der Finanzverwaltung (Zitat) „wird für die Folgejahre ernsthaft über weitere Einsparvorschläge und eine Anpassung (Ehm: sicherlich Erhöhung) der Samtgemeindeumlage diskutiert werden müssen.“
Neues teures Rathaus geht zu Lasten des Bildungsbereichs
Somit müsste für alle Fraktionen deutlich geworden sein, dass sich die finanzielle Situation der Samtgemeinde erheblich verschlechtern werde.
Wenn nun mal die „guten Zeiten“ vorbei sind, muss die Frage erlaubt sein, ob man sich noch ein neues Rathaus mit nur grob geschätzten Kosten in Höhe von rund 10 Mio. Euro erlauben kann, zumal viel zu wenig in die drei Grundschulen in Lachendorf, Hohne und Eldingen sowie in Kindergärten und -krippen investiert wird. Samtgemeindebürgermeisterin Suderburg hat es leider, trotz Ankündigungen, nicht geschafft, auch einen Workshop in der Grundschule Eldingen mit Lehrern, Eltern und Politikern in 2025 zu organisieren.
Kostengünstige UB-Rathaus-Alternative
Auch die UB möchte den Rathausbeschäftigten gute Arbeitsplätze anbieten: wir wissen auch, dass im jetzigen Rathaus Räume fehlen, deshalb wurden vorübergehende Plätze im Olen Drallen Hoff geschaffen.
Da diese Situation auf Dauer nicht tragbar ist, brachte die UB einen kostensparenden Alternativvorschlag zu dem geplanten übergroßen und sehr teuren Rathausneubau in die Diskussion ein: Beibehaltung des vorhandenen Rathauses mit dortigen Verbesserungsmaßnahmen sowie Errichtung eines weiteren, kleineren Gebäudes für etwa 40 Mitarbeiter/innen auf einem gemeindeeigenen und hochwassersicheren Grundstück in der Nähe des ODH.
Unter Zuhilfenahme eines Baufachmannes wurden dafür Kosten in Höhe von rund 6 Mio. Euro ermittelt, somit weniger als die Hälfte des von CDU, SPD und FDP (ausgenommen Achim Lübbe) vorgesehenen neuen Rathaus. Dieser Vorschlag wurde von den Mehrheitsparteien, ohne vorherige Debatte bzw. Beratung, schroff abgelehnt.
Ratssitzung mit Geschmäckle
In der Ratssitzung am 06.10.2025 wurde dem Gremium in der Beschlussvorlage auf der Grundlage der vorgelegten Entwurfsplanung eine nur grobe Kostenschätzung in Höhe von 9,8 Mio. vorgelegt. Diese Vorgehensweise der Verwaltung entspricht nach der im Bauwesen geltenden DIN 276 der sog. Leistungsphase 2, die nach den DIN-Vorgaben keine Grundlage für eine Entscheidung sein darf. Es fehlt dafür die Phase 3 mit einer detaillierten Kostenberechnug.
Interessanterweise sagt E.Thölke in dem Kurierbericht vom 22.02.26, (Zitat) „dass man sich in den weiteren Beratungen Ende des Jahres 2024 darauf einigte, die Bauphase 4 (richtig wäre Leistungsphase 4) als wichtiges Entscheidungskriterium für das weitere Vorgehen zu bewerten.“ Aber warum hatte Thölke in der Ratssitzung am 06.10.25 einem Beschluss zugestimmt, der nur der Leistungsphase 2 entsprach? Unwissenheit oder Absicht?? Wobei in dieser Phase eine Toleranz von plus/minus 30 % gilt und nicht, wie er sagt, von plus/minus 20 %. Und dann liegen die Kosten schon bei etwa 13 Mio. Euro. Und für den möglichen, späteren Sitzungssaal müssten nach der Ausschussvorlage nochmal etwa 2 Mio. ausgegeben werden.
Müssen nicht auch CDU, SPD und FDP (Lübbe ist gegen ein neues Rathaus) und die Verwaltungsspitze über Einsparungen ernsthaft nachdenken?
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